Pflastersteine reinigen: so geht es richtig, ohne der Fläche zu schaden
Pflaster bekommen Sie in fünf Schritten sauber: kehren, Fugen auskratzen, mit Wasser, Bürste und mildem Reiniger schrubben, gründlich nachspülen, leere Fugen wieder füllen. Bei Betonpflaster raten die Hersteller vom Hochdruckreiniger ab, weil er die Oberfläche aufraut und die Fugen ausspült. Vieles davon können Sie selbst. Gegen festsitzende Flechten, eine schon aufgeraute Oberfläche und Grün, das jedes Jahr wiederkommt, reicht Schrubben allein nicht.
Inhalt
Wie bekommt man Pflastersteine am besten sauber?
Mit Wasser, einer harten Bürste und Geduld. Der Betonsteinhersteller Nüdling schreibt, dass bei leichter Verschmutzung meist schon ein harter Besen oder eine Bürste mit Leitungswasser hilft, und nennt einen neutralen Seifenreiniger als erste Wahl. Chemische Reiniger kommen erst bei hartnäckigem Schmutz in Frage.
So gehen Sie vor:
- Kehren. Laub, Sand und losen Schmutz mit einem harten Besen entfernen. Kärcher nennt das den ersten Schritt, bevor überhaupt Wasser auf die Fläche kommt.
- Fugen auskratzen. Moos, Gras und Erde mit einem Fugenkratzer herausholen. Wie das geht, steht im nächsten Abschnitt.
- Einweichen und schrubben. Die Fläche nass machen, den Reiniger nach Packungsangabe verdünnt auftragen, kurz einwirken lassen und mit Schrubber oder Wurzelbürste in Bahnen arbeiten. Kärcher nennt dafür neutrale Schmierseife, handelsübliches Soda oder Reinigungskonzentrate für Stein und rät, auf biologische Abbaubarkeit zu achten.
- Nachspülen. Mit viel klarem Wasser, bis kein Schaum mehr steht. Reste von Reiniger ziehen sonst neuen Schmutz an.
- Fugen füllen. Wo Fugenmaterial fehlt, nach dem Abtrocknen neues einkehren. Leere Fugen machen die Fläche instabil.
Womit können Pflastersteine gereinigt werden?
| Mittel | Wofür | Worauf Sie achten müssen |
|---|---|---|
| Wasser, Besen, Bürste | leichter Schmutz, Staub, Blütenstaub | reicht für die regelmäßige Pflege |
| Neutraler Seifenreiniger, Schmierseife | normaler Schmutz, leichter Grünbelag | gut nachspülen |
| Soda | Grünbelag, fettiger Schmutz | nur als Reiniger für die Oberfläche, nie gegen Unkraut in den Fugen |
| Säurehaltige Reiniger | Kalk, Zementschleier | greifen Betonstein und seinen Oberflächenschutz an |
| Essig | wird oft empfohlen | als Mittel gegen Unkraut nur unter engen Auflagen zugelassen, keine Empfehlung |
| Salz | wird oft empfohlen | gegen Unkraut auf Pflaster verboten |
| Unkrautvernichter | Unkraut in Fugen | auf Pflaster und anderen befestigten Flächen verboten, Bußgeld bis 50.000 € |
Was Soda, Natron und Essig im Einzelnen leisten, steht auf der Seite Pflastersteine reinigen mit Hausmitteln.
Wie reinige ich die Fugen zwischen Pflastersteinen?
Mechanisch oder mit heißem Wasser, nie mit Unkrautmittel. Für Pflanzenschutzmittel gilt auf befestigten Flächen wie Einfahrt, Hof und Gehweg ein Verbot.
- Fugenkratzer: Moos und Gras mit der Klinge bis in die Tiefe herausziehen. Mühsam, aber es schadet weder Stein noch Fuge.
- Fugenbürste: Für lange gerade Fugen gibt es Drahtbürsten mit Stiel und maschinelle Fugenbürsten zum Mieten.
- Heißes Wasser oder Abflammen: Hitze lässt Moos und Keimlinge absterben. Das bayerische Landesamt für Landwirtschaft nennt mechanische und thermische Verfahren als Alternativen zum verbotenen Unkrautmittel.
- Nachfüllen: Was beim Auskratzen herauskommt, fehlt danach in der Fuge. Kärcher weist darauf hin, dass ausgespültes Fugenmaterial ein Nachsanden nötig macht.
Zum Nachfüllen gehört Fugenmaterial, das zum Stein und zur Fugenbreite passt, am besten dasselbe, das schon in der Fuge ist. Sind die Fugen tief ausgewaschen oder wackeln einzelne Steine, ist das ein Fall für die Fugensanierung.

Wie reinigt man Pflaster am besten: mit Bürste oder Maschine?
Am schonendsten mit Besen, Bürste oder einem Gerät mit rotierenden Bürsten. Beim Hochdruckreiniger kommt es auf den Stein an.
- Bürstenwalzen-Geräte: Nüdling empfiehlt Aufsätze mit rotierenden Bürsten, weil sie die Fugenfüllung meist nicht ausspülen.
- Hochdruckreiniger auf Beton: Nüdling rät grundsätzlich davon ab, Godelmann ausnahmslos, auch mit Terrassendüse. Kärcher empfiehlt für Pflaster aus Beton einen Mitteldruckreiniger.
- Hochdruckreiniger auf Granit und Basalt: Diese Natursteine hält Kärcher für stabil und hart genug. Die Fugen spült der Strahl trotzdem aus.
Wenn Sie wissen wollen, was ein Kärcher mit Betonsteinen genau macht und wie Sie ihn einsetzen, wenn es sein muss, lesen Sie den Ratgeber zur Terrassenreinigung mit dem Kärcher.
Wie bekommt man Pflastersteine wieder schön sauber, wenn Schrubben nicht reicht?
Erst klären, was da auf dem Stein sitzt. Grüner Film, Moos, Flechten und schwarze Flecken brauchen jeweils etwas anderes.
- Grüner Belag und Moos: Was dagegen hilft und warum es wiederkommt, steht auf der Seite Grünbelag entfernen.
- Schwarze Beläge und Flechten: Sie sitzen fest in der Oberfläche und gehen mit der Bürste kaum ab. Wie Sie dabei vorgehen, finden Sie unter Stark verschmutzte Pflastersteine reinigen.
- Waschbeton: Hier halten die Kiesel nur durch den Zement zwischen ihnen. Schrubben Sie mit weicher Bürste und Seifenreiniger und richten Sie keinen harten Wasserstrahl darauf, sonst löst sich mit dem Schmutz auch der Zement.
- Natursteinpflaster: Granit und Basalt vertragen eine kräftige Bürste. Bei kalkhaltigen Steinen wie Kalkstein oder Marmor verbieten sich saure Reiniger.

VorherNachherWas schadet der Fläche beim Reinigen?
Diese Fehler schaden Stein und Fuge:
- Punktstrahl auf Betonstein: Er raut die Oberfläche auf. Dort setzt sich Schmutz danach stärker fest und dringt tiefer ein.
- Strahl in die Fugen: Das Fugenmaterial wird ausgespült, die Fläche kann instabil werden.
- Säure auf Betonstein: Sie greift den Oberflächenschutz an.
- Salz und Unkrautvernichter: auf Pflaster verboten und für Beete und Gewässer daneben schädlich.
- Fugen leer lassen: Ohne Fugenfüllung stützen sich die Steine nicht mehr gegenseitig ab, sie kippen unter Last und die Kanten platzen aus.
Wann lohnt sich ein Profi?
Wenn die Fläche groß ist, die Oberfläche schon rau gewaschen ist oder das Grün jedes Jahr wiederkommt. Dann löst eine weitere Reinigung allein das Problem nicht, weil die raue Oberfläche bleibt. Bei einer Pflasterreinigung reinige ich mit Heißwasser bis 95 Grad und kontrolliertem Druck, trage danach den BSV-Langzeitschutz® auf, der die raue Oberfläche füllt und gegen neuen Befall mit Algen und Flechten wirkt, und fülle die Fugen neu. Wie das auf Ihren Steinen aussieht, zeige ich Ihnen bei der Kostenlosen Musterprobe an einem Stück Ihrer Fläche, bevor Sie sich entscheiden.
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Fazit
Für normales Pflaster reichen Besen, Fugenkratzer, Bürste, ein milder Reiniger und viel Wasser. Den Hochdruckreiniger lassen Sie bei Betonstein besser im Keller, und Salz, Unkrautmittel und Säure haben auf Pflaster nichts verloren. Leere Fugen füllen Sie nach jeder Reinigung wieder auf. Wenn die Fläche schon rau ist und immer wieder grün wird, braucht sie Schutz statt einer weiteren Wäsche.
Häufig gestellte Fragen zum Reinigen von Pflaster
Wann ist die beste Zeit, Pflaster zu reinigen?
Ein trockener, frostfreier Tag im Frühjahr oder Herbst. Im Frühjahr sehen Sie, wo sich über den Winter Grün angesetzt hat, im Herbst kommt das Laub weg, bevor es auf dem Stein verrottet und Flecken hinterlässt. Nach dem Reinigen braucht die Fläche Zeit zum Abtrocknen, bevor Sie neues Fugenmaterial einkehren. Bei Frost gefriert das Wasser in den Fugen.
Wie oft sollte man Pflaster reinigen?
Kehren so oft wie nötig, gründlich schrubben einmal im Jahr. Flecken entfernen Sie am besten gleich, solange sie frisch sind, das rät auch Nüdling. Je länger Laub, Erde und Öl liegen bleiben, desto tiefer ziehen sie in den Stein. Eine Fläche, die regelmäßig gekehrt wird, bekommt später Grünbelag als eine, auf der sich Schmutz in den Fugen sammelt.
Muss ich Pflaster nach der Reinigung imprägnieren?
Nein, Pflicht ist das nicht. Nüdling schreibt, dass Pflastersteine grundsätzlich weder imprägniert noch beschichtet werden müssen. Eine Imprägnierung erleichtert die Pflege, muss aber regelmäßig erneuert werden. Ich arbeite stattdessen mit dem BSV-Langzeitschutz®, der die aufgeraute Oberfläche füllt und dabei wasserdurchlässig bleibt.
Was hilft gegen Ölflecken auf dem Pflaster?
Schnell sein. Frisches Öl nehmen Sie mit Küchenpapier auf, bevor es einzieht, bei größeren Mengen streuen Sie ein saugfähiges Material wie Katzenstreu darüber. Eingezogene Flecken brauchen einen Ölfleckentferner für Stein, der nach Packungsangabe einwirkt und dann mit Wasser und Bürste abgespült wird. Alte Flecken gehen oft nur heller, aber nicht ganz weg.
Darf ich Pflaster mit dem Gartenschlauch und Spülmittel reinigen?
Mit dem Schlauch ja, mit Spülmittel nur sparsam. Haushaltsreiniger schäumen stark und müssen sehr gründlich abgespült werden. Neutrale Schmierseife oder ein Reiniger für Stein sind besser geeignet. Achten Sie darauf, dass Schmutzwasser mit Reiniger nicht in den Straßeneinlauf läuft. Der führt oft in den Regenwasserkanal und von dort in Bäche und Flüsse.
Quellen
- Nüdling Betonelemente: Reinigung und Pflege. nuedling.de
- Kärcher: Pflastersteine reinigen. karcher.com
- top agrar nach dem Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Salz und Grünbelagsentferner zur Unkrautbekämpfung sind verboten (08.04.2024). topagrar.com
- Gesetze im Internet: § 12 Pflanzenschutzgesetz. gesetze-im-internet.de
- Gesetze im Internet: § 68 Pflanzenschutzgesetz. gesetze-im-internet.de
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Merkblatt Unkrautbekämpfung auf Wegen. Merkblatt als PDF
- Godelmann: Hersteller- und Verlegehinweise, Abschnitt Reinigung und Pflege. Hinweise als PDF
- Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis: Merkblatt zur Autowäsche. Merkblatt als PDF
Stand der Quellen: 28.10.2026
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