Terrassenplatten reinigen: so geht es, ohne die Platten zu beschädigen
Terrassenplatten reinigen Sie am schonendsten mit warmem Wasser, Schmierseife oder Neutralseife und einem harten Schrubber. Fläche abkehren, Seifenlösung auftragen, 20 bis 30 Minuten einwirken lassen, kräftig schrubben, klar nachspülen. Das reicht für normalen Schmutz und leichten Grünbelag. Den Hochdruckreiniger setzen Sie nur mit Flächenreiniger und wenig Druck ein, Essig und andere Säuren gehören nicht auf Beton und kalkhaltigen Stein.
Inhalt
Wie reinige ich eine Terrasse?
Bevor Sie Terrassenplatten reinigen, finden Sie heraus, woraus sie sind, und wählen Mittel und Werkzeug danach. Beton verträgt Seife und Soda, aber keine Säure. Terrassenfliesen aus Feinsteinzeug sind unempfindlich, Kalkstein und Travertin dagegen reagieren auf jede Säure. Mit dem falschen Mittel richten Sie mehr Schaden an als der Schmutz.
| Belag | Seife und Wasser | Säure (Essig, Zitronensäure) | Hochdruckreiniger |
|---|---|---|---|
| Betonplatten, Waschbeton | ja | nein, greift den Stein an | nur Flächenreiniger, unter 100 bar |
| Granit, Gneis, Basalt | ja | meist unempfindlich, manche Sorten verfärben sich, vorher testen | hart genug, aber Fugen schonen |
| Sandstein | ja | je nach Sorte heikel | nur wenig Druck |
| Travertin, Kalkstein, Marmor | ja | nein, jede Säure greift den Stein an | nur wenig Druck |
| Feinsteinzeug, Keramik | ja | möglich, zementhaltige Fugen vorher nass machen | Platte verträgt es, die Verfugung muss passen |
Die Besonderheiten je Material stehen auf eigenen Seiten: Beton-Terrassenplatten und Waschbeton reinigen, Naturstein-Terrasse reinigen und Feinsteinzeug-Terrassenplatten reinigen.
Wie reinige ich meine Steinplatten auf dem Terrassenboden Schritt für Schritt?
Mit Besen, Seifenwasser, Schrubber und Gartenschlauch, in sechs Schritten. Bei dickem Belag wiederholen Sie Schritt 3 bis 5.
- Abräumen und kehren. Möbel, Töpfe und Laub kommen weg. Kehren Sie lose Erde und Sand mit einem Straßenbesen ab, auch aus den Ecken an der Hauswand.
- Nass machen. Spritzen Sie die Platten mit dem Gartenschlauch ab. Auf nassem Stein verteilt sich die Seifenlösung besser und zieht nicht sofort ein.
- Seifenlösung auftragen. Lösen Sie Schmierseife in warmem Wasser auf, das empfiehlt Kärcher für die umweltschonende Reinigung. Die Betonstein-Hersteller Godelmann und Kann nennen Wasser mit Neutralseife oder neutralem Seifenreiniger für normal verschmutzte Platten. Verteilen Sie die Lösung mit Gießkanne oder Eimer.
- Einwirken lassen. 20 bis 30 Minuten. Halten Sie die Fläche feucht, an sonnigen Tagen trocknet sie sonst an.
- Schrubben. Mit einem Schrubber oder einem harten Straßenbesen, in Bahnen, Platte für Platte. Die Fugen bürsten Sie in Längsrichtung aus, nicht quer, sonst holen Sie das Fugenmaterial mit heraus.
- Klar nachspülen. Spülen Sie mit viel klarem Wasser, bis kein Schaum mehr steht. Seifenreste bleiben sonst als Schmierfilm liegen.
Schauen Sie danach in die Fugen. Sind sie tiefer als vorher, füllen Sie Fugenmaterial nach, bevor Unkraut die Lücke findet.
Wie bekomme ich Terrassenplatten richtig sauber, ohne sie zu beschädigen?
Indem Sie drei Fehler vermeiden: zu viel Druck, Säure auf dem falschen Stein und verbotene Mittel gegen Bewuchs.
Darf ich den Hochdruckreiniger nehmen?
Nur mit Vorsicht und nicht mit dem Punktstrahl. Kärcher schreibt selbst, dass der direkte Strahl Terrassenplatten je nach Material aufrauen oder beschädigen kann, und empfiehlt einen Flächenreiniger, bei dem die Düsen weiter von der Oberfläche entfernt sind. Kann erlaubt auf seinen Betonplatten nur Flächenreiniger mit vermindertem Druck unter 100 bar, Godelmann rät ganz ab. Die Stiftung Warentest warnt, dass die rotierende Düse Fugen ausspült und Beton so aufraut, dass er schneller wieder verschmutzt. Was dabei im Stein passiert, erkläre ich auf der Seite Terrassenreinigung mit dem Kärcher.
Welche Terrassenreiniger für Steinplatten sind erlaubt?
Seife, Soda und spezielle Steinreiniger dürfen Sie zum Putzen nehmen. Grünbelag-Entferner sind Biozide und brauchen eine Zulassung. Auf befestigten Flächen sind sie nur gegen Algen und Flechten zulässig, gegen Moos und Kräuter gilt das Pflanzenschutzgesetz. Pflanzenschutzmittel dürfen auf befestigten Flächen nicht angewendet werden, Verstöße kosten bis zu 50.000 € Bußgeld. Das gilt auch für Salz und Haushaltsreiniger, wenn Sie sie gegen Unkraut einsetzen. Lesen Sie bei jedem Mittel das Etikett und halten Sie Einwirkzeit und Verdünnung ein.
Was die Klassiker aus dem Küchenschrank bringen, steht im Ratgeber Terrassenplatten reinigen mit Hausmitteln.
Wie kriege ich Steinplatten wieder sauber, wenn sie grün sind?
Leichten grünen Schleier bekommen Sie mit Seife und Schrubber herunter. Sitzt der Belag dick oder wächst schon Moos in den Fugen, braucht es mehr Einwirkzeit, und manchmal reicht Schrubben nicht. Flechten, diese runden grauen, gelben oder schwarzen Flecken, krallen sich in die Oberfläche. Seifenwasser löst sie kaum.
Wie Sie Algen, Moos und Flechten der Reihe nach angehen, erkläre ich im Ratgeber Grünbelag entfernen. Für Platten, die schwarz, fleckig oder seit Jahren nicht gereinigt sind, gibt es einen eigenen Ratgeber: stark verschmutzte Terrassenplatten reinigen.
Wann und wie oft sollte ich die Terrasse reinigen?
Kärcher rät, Terrassenplatten mindestens zweimal im Jahr zu reinigen. Sinnvoll sind das Frühjahr, wenn der Winterschmutz runter muss, und der Herbst, bevor Laub auf den Platten liegen bleibt. Laub, Erde und Grillfett entfernen Sie am besten gleich, Kann empfiehlt, Verschmutzungen zeitnah nach dem Entstehen zu beseitigen.
Wenn Sie einen Grünbelag-Entferner einsetzen, wählen Sie einen trockenen Tag. Der Hersteller Mellerud nennt dafür Temperaturen dauerhaft über 10 bis 15 Grad und mindestens 24 Stunden ohne Regen. Bei Frost reinigen Sie gar nicht mit Wasser, es gefriert auf der Fläche und in den Fugen.
Wann lohnt es sich, die Terrasse reinigen zu lassen?
Wenn der Belag trotz Schrubben bleibt, wenn die Fläche nach dem Kärchern rau geworden ist oder wenn die Terrasse jedes Frühjahr wieder grün ist. Dann liegt das Problem in der Oberfläche, und die bekommen Sie mit Seife nicht zu. Ich reinige mit Heißwasser bis 95 Grad, schütze den Stein danach mit dem BSV-Langzeitschutz® und fülle ausgespülte Fugen neu. Was das kostet und wie ich vorgehe, steht auf der Seite Terrassenreinigung. Ob es sich bei Ihnen lohnt, sehen Sie bei der kostenlosen Musterprobe auf Ihrer eigenen Fläche.
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Fazit
Bestimmen Sie zuerst den Stein, dann das Mittel. Für die meisten Terrassen genügen Seifenwasser, ein Schrubber und Geduld beim Einwirken. Hochdruck nur mit Flächenreiniger und wenig Druck, keine Säure auf Beton oder Kalkstein, kein Salz und kein Unkrautmittel auf den Platten.
Häufig gestellte Fragen zum Reinigen der Terrasse
Kann ich die Terrasse mit Essig reinigen?
Auf Beton und kalkhaltigem Naturstein nicht. Godelmann warnt, dass säurehaltige Reinigungsmittel die Oberfläche von Betonsteinen angreifen. Der Reinigungsmittelhersteller HG rät, Essig nur auf keramischen Gartenplatten zu verwenden, weil er Kalk zersetzt. Auch dort sollten Sie die Fugen vorher nass machen und danach gründlich spülen. Für die normale Reinigung brauchen Sie keine Säure, Seife reicht.
Hilft ein Dampfreiniger gegen den grünen Belag?
Bei Algen ja. Das Umweltbundesamt nennt Hochdruck- und Dampfreiniger als einfache mechanische Wege gegen Algenbeläge. Dampf arbeitet ohne Chemie, allerdings Stück für Stück und eher für kleine Flächen. Flechten und Moos in den Fugen löst er nicht vollständig. Und bei Platten mit Sand- oder Splittfuge gilt auch hier: nicht direkt in die Fuge halten.
Was mache ich, wenn nach dem Reinigen die Fugen leer sind?
Füllen Sie sie bald wieder auf. Leere Fugen lassen die Platten wackeln, und Samen finden sofort Platz. Bei Platten im Splittbett nehmen Sie das Material, mit dem die Terrasse verlegt wurde. Sind die Fugen tief ausgespült oder bröckelt die alte Fuge, lohnt sich eine Fugensanierung, bei der das Fugenmaterial fest wird und trotzdem Wasser durchlässt.
Muss ich die Platten nach der Reinigung imprägnieren?
Pflicht ist es nicht. Ob ein Schutz sinnvoll ist, hängt vom Stein ab: Feinsteinzeug saugt kaum und braucht meist keinen, offene Betonplatten und Sandstein nehmen dagegen Wasser und Schmutz auf. Ich verwende statt einer Imprägnierung den BSV-Langzeitschutz®, der die aufgeraute Oberfläche füllt und gegen neuen Befall mit Algen und Flechten wirkt.
Quellen
- Godelmann: Hersteller- und Verlegehinweise (PDF, Stand 2019). godelmann.de
- KANN: Allgemeine Verlege-, Reinigungs- und Pflegeempfehlungen für Beton-Terrassenplatten (PDF). kann.de
- Lithofin: Granit und andere Silikatgesteine (außen), Pflegeanleitung (PDF). lithofin.de
- Kärcher: Terrassenplatten reinigen. karcher.com
- Lithofin: Kalkstein (außen) reinigen, schützen und pflegen, Pflegeanleitung (PDF). lithofin.de
- Agrob Buchtal: Reinigung und Pflegehinweise, Anwendungstechnik K9 (PDF, Stand 10.2025). agrob-buchtal.de
- Stiftung Warentest: Hochdruckreiniger, richtig sauber machen mit Hochdruck (23.02.2026). test.de
- Umweltbundesamt: Grünbeläge chemiefrei entfernen (Stand 23.05.2025). umweltbundesamt.de
- Pflanzenschutzgesetz § 12, Vorschriften für die Anwendung. gesetze-im-internet.de
- Pflanzenschutzgesetz § 68, Bußgeldvorschriften. gesetze-im-internet.de
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Merkblatt Unkrautbekämpfungsmittel, grundsätzliches Verbot auf befestigten Wegen und Plätzen (PDF, Mai 2023). lfl.bayern.de
- Mellerud: Wie und wann sollte ich Grünbelag entfernen? mellerud.de
- HG: Gartenplatten reinigen. hg.eu
Stand der Quellen: 28.10.2026
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