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Fugensand oder Fugenmörtel für Pflaster?

Welche Fuge passt, entscheidet der Aufbau unter dem Pflaster: Liegt es auf Sand oder Splitt, gehört loses Fugenmaterial oder ein wasserdurchlässiger Mörtel auf Kunstharzbasis hinein, zementgebundener Mörtel nur in die gebundene Bauweise mit Mörtelbett. Sand ist günstig und lässt Steine beweglich, wird aber nach und nach ausgetragen. Eine gebundene Fuge bleibt, verlangt dafür Mindestmaße.

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Welche drei Fugenarten gibt es bei Pflaster?

Ungebunden, kunstharzgebunden und zementgebunden. Die Einteilung folgt dem Bindemittel, und das Bindemittel bestimmt, wie sich die Fuge bei Regen, Frost und Bewegung verhält.

  1. Ungebundene Fuge: Sand oder ein Gemisch aus Brechsand und Splitt, trocken eingekehrt. Das ist die Regelbauweise für Pflaster auf Sand- oder Splittbett.
  2. Kunstharzgebundene Fuge: Mörtel oder fester Fugensand mit einem Harz als Bindemittel. Es gibt sie als Fertigmischung, die an der Luft aushärtet, oder als Mischung aus zwei Komponenten. Viele dieser Produkte sind wasserdurchlässig.
  3. Zementgebundene Fuge: Mörtel auf Zement- oder Trasszementbasis, nach dem Erhärten wasserundurchlässig und sehr fest. Hersteller sehen dafür in der Regel die gebundene Bauweise vor.
Granitpflaster mit hellgrauer, voll gefüllter Sandfuge

Fugensand und Fugenmörtel im Vergleich

Fugensand, lose Fester Fugensand Mörtel auf Kunstharzbasis Mörtel auf Zementbasis
Passende Bauweise Sand- oder Splittbett Sand- oder Splittbett durchlässiger Aufbau oder mindestens 2 % Gefälle in der Regel gebunden
Regenwasser versickert versickert versickert wasserundurchlässig
Fugenbreite 3 bis 5 mm bei Betonpflaster ab 1 mm, empfohlen bis 5 mm ab 3 mm ab 5 mm
Fugentiefe ganze Fuge, dauerhaft gefüllt mindestens zwei Drittel der Steinhöhe mindestens 30 mm doppelte Fugenbreite, mindestens 30 mm
Pflege nachfüllen, sobald Material fehlt regelmäßig auffüllen, ein- bis zweimal im Jahr reinigen Moos und Laub von der Fuge kehren Steine später kaum wiederverwendbar

Was ist der Unterschied zwischen Mörtel und Fugenmörtel?

Mörtel ist der Oberbegriff, Fugenmörtel ist für einen einzigen Zweck gemacht: Fugen zwischen Steinen dauerhaft zu füllen. Ein Pflasterfugenmörtel auf Zementbasis ist laut Herstellerangaben zum Beispiel hoch fließfähig, verdichtet sich selbst, schwindet wenig und hält Frost und Tausalz aus. Bei Mörtel auf Kunstharzbasis übernimmt ein Harz die Rolle des Zements.

Gewöhnlicher Mauer- oder Baustellenmörtel aus dem Eimer ist für Pflasterfugen nicht gedacht. Er ist weder auf das Einschlämmen in schmale Fugen noch auf Tausalz und Reifenlast ausgelegt.

Wie viel Fugenmörtel pro Quadratmeter?

Das hängt an drei Größen: Steinformat, Fugenbreite und Fugentiefe. Kleine Steine haben viel mehr Fugenmeter je Quadratmeter als große Platten, deshalb schwankt der Verbrauch um ein Vielfaches.

So rechnen Sie selbst: Fugenlänge je Quadratmeter mal Fugenbreite mal Fugentiefe ergibt das Volumen, mal Rohdichte das Gewicht. Ein Rechenbeispiel für Pflaster im Format 20 × 10 cm mit 5 mm breiter und 30 mm tiefer Fuge: rund 15 m Fuge je m², das sind rund 2,3 Liter, bei einer Rohdichte von 1,64 kg je Liter also knapp 3,7 kg je m².

Steinformat Fuge Verbrauch je m² laut Hersteller
Platte 60 × 60 cm 3 mm breit, 30 mm tief etwa 0,5 kg fester Fugensand
Pflaster 24 × 16 cm 3 mm breit, 30 mm tief etwa 1,5 kg fester Fugensand
Pflaster 9 × 11 cm 3 mm breit, 30 mm tief etwa 2,7 kg fester Fugensand
Mosaikpflaster 7 × 7 cm 10 mm breit, 30 mm tief etwa 11 bis 13 kg Mörtel auf Zementbasis

Welcher Fugensand wird hart?

Nur fester Fugensand, also ein Sand mit Bindemittel, der nach dem Einkehren mit Wasser aktiviert wird. Gewöhnlicher Fugensand bleibt immer lose. Beim festen Fugensand muss das Material über die ganze Tiefe mit Wasser gesättigt werden, sonst bildet sich laut Hersteller nur eine dünne Kruste und darunter bleibt es weich.

Fester Fugensand wird bei Nässe wieder etwas plastisch. Kleine Setzrisse lassen sich deshalb mit dem Fugeisen glätten. Für die Reinigung mit dem Hochdruckreiniger ist er laut Hersteller nicht geeignet.

Welches ist der beste Fugensand gegen Unkraut?

Keiner hält Unkraut dauerhaft fern, auch wenn es auf dem Sack steht. Fester Fugensand mindert den Wuchs laut Hersteller. Derselbe Hersteller schreibt aber auch, dass die Fugen regelmäßig aufgefüllt und Erde, Laub und Gras regelmäßig von der Fugenoberfläche entfernt werden müssen, um Durchwuchs vorzubeugen. Entscheidend ist eine volle Fuge ohne Erde darin. Was Sie gegen das bekämpfen dürfen, was schon wächst, steht im Ratgeber, wie Sie Unkraut aus Fugen entfernen.

Ist gebrochener Fugensand besser als runder Sand?

Bei breiteren Fugen meist ja. Betonsteinhersteller nennen je nach Fugenbreite Sand 0/2 mm oder ein abgestuftes Gemisch aus Brechsand und Splitt, etwa 0/3 bis 0/5 mm. Aus der Praxis gilt: Kantiges Korn verzahnt sich in der Fuge, rundes Korn rollt leichter wieder heraus. Wichtig ist außerdem, dass Fugenmaterial und Bettung zueinander passen: Das Fugenmaterial darf nicht in die Hohlräume des Bettungsmaterials abwandern.

Welche Nachteile hat Fugensand?

Er bleibt nicht, wo er hingehört. Regen, Benutzung und jede Reinigung tragen ihn nach und nach aus. Wird nicht nachgesandet, können sich Steine lockern, verschieben oder sogar kippen. Die weiteren Nachteile:

  1. In loser Fuge findet Unkraut einen Lebensraum.
  2. Hochdruckreiniger und saugende Kehrmaschinen schädigen die Fugenfüllung stark, ein Betonsteinhersteller rät deshalb ausnahmslos davon ab.
  3. Ameisen tragen feinen Sand nach oben und hinterlassen Häufchen auf der Fläche.

Sein großer Vorteil: Steine lassen sich aufnehmen und wieder verlegen. Bei gebundenen Flächen gilt das nicht, dort sind ausgebaute Steine wegen des anhaftenden Mörtels nicht ein zweites Mal als Pflaster einzusetzen.

Was ist das beste Fugenmaterial für Pflastersteine?

Das, was zur Bauweise, zur Fugenbreite und zur Belastung passt. Die Übersicht:

Fläche Passende Fuge
Terrasse oder Gartenweg auf Splittbett Fugensand, fester Fugensand oder wasserdurchlässiger Kunstharzmörtel
Einfahrt mit Pkw auf Sand- oder Splittbett gebrochenes Fugenmaterial nach Regelwerk oder ein Kunstharzmörtel, den der Hersteller für Pkw auf setzungsfreiem, durchlässigem Aufbau freigibt
Pflaster im Mörtelbett mit gebundener Tragschicht gebundener Mörtel, Fugenbreite bei Betonstein 6 bis 10 mm, bei Naturstein 6 bis 18 mm
Keramik- und Feinsteinzeugplatten unter 3 cm Stärke gebundene, wasserdurchlässige Bauweise mit vollständig gefüllten Fugen

Fugenmörtel für Natursteinpflaster

Natursteinpflaster hat oft breite, unregelmäßige Fugen. Für Mörtel auf Zementbasis nennen Hersteller Fugenbreiten von 5 bis 80 mm und sehen in der Regel die gebundene Bauweise vor. Liegt Ihr Natursteinpflaster dagegen im Splitt, gilt dasselbe wie bei Betonpflaster: keine starre Fuge auf losem Bett.

Welche Farbe soll der Fugenmörtel haben?

Die gängigen Pflasterfugenmörtel gibt es meist in Grau, Anthrazit und Beige. Eine Fuge im Ton der Steine wirkt ruhig, eine dunklere betont das Verlegemuster. Weil Farbe auf dem Muster anders aussieht als nass im Eimer, empfehlen Hersteller im Zweifel eine kleine Musterfläche.

Darf ein Mörtel auf Zementbasis in ein Sandbett?

Nein, das wäre eine Mischbauweise. Betonsteinhersteller schreiben, dass die gewählte Bauweise konsequent in allen Schichten umgesetzt werden muss und Mischbauweisen nicht fachgerecht sind. Die Regelwerke für Pflaster, DIN 18318 und ZTV Pflaster-StB, beziehen sich ausschließlich auf die ungebundene Bauweise. Für die gebundene Bauweise gibt es ein eigenes Merkblatt der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, das M FPgeb in der Ausgabe 2018. Die gebundene Bauweise gilt als Sonderbauweise, die zwischen Auftraggeber und Ausführendem schriftlich vereinbart werden sollte.

Auch eine gebundene Fläche ist erfahrungsgemäß nie dauerhaft wasserdicht. Deshalb muss der ganze Aufbau darunter Wasser ableiten können. Warum ich Fugen auf Einfahrt und Terrasse nicht dicht mache, steht auf der Seite Pflasterfugen versiegeln.

Wann Sie die Fugen lieber machen lassen

Neue Fugen in eine neue Fläche einzukehren ist überschaubar. Bei einer alten Fläche liegt die Arbeit woanders: Die Fugen müssen bis auf die nötige Tiefe ausgeräumt werden, mit allen Wurzeln, und erst dann zeigt sich, ob der Unterbau eine feste Fuge überhaupt trägt.

Genau das ist meine Arbeit bei einer Fugensanierung: Ich räume die Fugen mit Heißwasser aus und fülle sie mit der Wertfuge, einer festen und trotzdem wasserdurchlässigen Fuge. Auf Wunsch reinige ich vorher die Steine und schütze sie mit dem BSV-Langzeitschutz®. Ob Ihre Fläche dafür taugt, sage ich Ihnen beim Termin für die kostenlose Musterprobe.

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Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr. Wenn ich gerade auf einer Fläche stehe und nicht abnehme, rufe ich zurück.

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Fazit

Fugensand oder Mörtel ist keine Geschmacksfrage. Auf Sand- oder Splittbett gehört loses Fugenmaterial oder ein wasserdurchlässiger Kunstharzmörtel in die Fuge, zementgebundener Mörtel nur in die gebundene Bauweise. Fester Fugensand ist der Mittelweg für schmale Fugen. Rechnen Sie den Verbrauch nach Steinformat und Fugenmaß, nicht nach Quadratmetern allein.

Häufig gestellte Fragen zu Fugensand und Fugenmörtel

Kann ich Mörtel einfach auf den alten Sand in der Fuge geben?

Nein. Eine dünne Mörtelschicht auf altem Sand bricht heraus, weil sie keinen Halt hat. Hersteller verlangen, die Fugen bei der Sanierung alter Flächen erst auf die nötige Tiefe auszuräumen. Für einen Kunstharzmörtel sind das mindestens 30 mm, bei befahrenen Flächen zwei Drittel der Steinhöhe. Der alte Sand und alle Wurzeln müssen bis dorthin heraus.

Wie lange dauert es, bis Fugenmörtel belastbar ist?

Das unterscheidet sich je nach Bindemittel deutlich. Für einen Mörtel auf Zementbasis nennt ein Hersteller etwa 3 Stunden bis zum Betreten und etwa 28 Tage bis zur vollen Belastbarkeit. Ein gebrauchsfertiger, wasserdurchlässiger Mörtel mit reaktivem Bindemittel ist nach etwa 24 bis 48 Stunden begehbar und nach etwa 7 Tagen voll belastbar. Kälte und Feuchtigkeit verlängern diese Zeiten jeweils.

Bleiben Flecken oder Schleier auf den Steinen?

Das kann passieren, wenn der Überschuss nicht rechtzeitig weg ist. Bei Mörtel auf Zementbasis wird die Fläche nach dem Abbinden so lange abgewaschen, bis der Schleier rückstandslos weg ist. Bei Kunstharzmörtel kann anfangs ein hauchdünner Harzfilm bleiben, der die Steinfarbe vertieft und mit der Zeit verwittert. Fester Fugensand kann in feuchten Wochen weißliche Ränder zeigen, die ebenfalls verwittern.

Darf ich auf Pflaster mit wasserdurchlässiger Fuge Streusalz verwenden?

Besser nicht. Betonsteinhersteller schreiben, dass wasserdurchlässig befestigte Flächen nicht mit Tausalzen oder anderen chemischen Auftaumitteln behandelt werden dürfen, weil das versickernde Wasser direkt ins Grundwasser gelangen kann. Sie empfehlen stattdessen Splitt der Körnung 2/5 mm, der die Fugen und Poren nicht verstopft. Das gilt für lose wie für feste, durchlässige Fugen.

Quellen

  1. Godelmann GmbH & Co. KG: Hersteller- und Verlegehinweise (Verfugung, Fugenmaterial, Bauweisen, Winterdienst). godelmann.de
  2. ROMEX GmbH: Produktdatenblatt ROMPOX Fugensand NP, Stand Januar 2024. bobbie.de
  3. ROMEX GmbH: Produktdatenblatt ROMPOX Ecofine. bobbie.de
  4. Sievert Baustoffe (tubag): Technisches Merkblatt PFF Pflasterfugenmörtel, Stand 18.07.2023. res.cloudinary.com
  5. Sievert Baustoffe (tubag): Technisches Merkblatt PFN Pflasterfugenmörtel, Stand 27.06.2024. res.cloudinary.com
  6. PCI Augsburg: Technisches Merkblatt Pavifix CEM, Zement-Pflasterfugenmörtel für Natursteinpflaster, 8/25. heinze.de
  7. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin: Arbeitspapier Pflasterbefestigungen in gebundener Bauweise, Ausgabe 2014. berlin.de
  8. DIN Media: FGSV 618/2, Merkblatt für Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen in gebundener Ausführung (M FPgeb), Ausgabe 2018. din.de

Stand der Quellen: 28.10.2026

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